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Abteilungspatron


Johannes_Don_BoscoIn der 3. Übung nach der Gründung haben wir den hl. Don Bosco als unseren Abteilungspatron gewählt.

Die Kindheit des Giovanni Bosco

Am 16. August 1815 kam Giovanni Bosco als zweiter Sohn des Kleinbauern und Taglöhners Francesco Bosco und dessen Frau Margherita in Becchi, einen kleinen Ort in der nähe von Turin, zur Welt. Neben dem zwei Jahre älteren Bruder hatte er den damals zwölfjährigen Halbbruder Antonio aus der ersten Ehe des Vaters.

Schon 1817 starb der Vater. Damit war die 29jährige Witwe auf die Mitarbeit der drei Jungen angewiesen. Von Kindheit an mußte auch Giovanni Land und Hausarbeit verrichten. Mit neun Jahren hatte er ein Traumerlebnis, das ihm sein späteres Lebensziel, die erzieherische Arbeit mit Jugendlichen, vorzeichnete.

Mit elf Jahren äußerte er den Wunsch, in die Schule zu gehen und später Priester zu werden, um seine Kameraden. mit denen er noch spielte und raufte, im Religiösen zu begeistern. Die gütige Mutter, selbst Analphabetin und praktisch mittellos, konnte die Ausbildung nicht fördern. Eine Schulpflicht gab es in Italien damals noch nicht.

Was Giovanni in seinen Kindertagen lernte, waren praktische Kenntnisse, auch über die Bauernarbeit hinaus. Er schaute den fahrenden Gauklern viele Zaubertricks und akrobatische Kunststücke ab, die er nach zähem Training rasch beherrschte. Er fertigte Vogelkäfige und Strohhüte an, sammelte Kräuter und Pilze, um mit dem Erlös Geräte für seine Zaubertricks zu kaufen. Er gab regelrechte Vorstellungen vor Publikum, die er unterbrach, um den Zuschauern Jugendlichen wie Erwachsenen kleine Predigen zu halten, mit ihnen zu beten und zu singen.

Endlich ergab sich die Gelegenheit, bei Don Calosso, einem alten Priester, Lateinstunden zu nehmen. Neben der Stall und Feldarbeit lief er täglich mehrere Stunden zum Unterricht, den Hin und Rückweg benutzte er zum Lernen.

Bruder Antonio, der inzwischen die Familie stark beeinflußte und des Bruder Arbeitskraft nicht verlieren wollte, versuchte mit allen Mitteln, das Schulegehen zu verhindern. Giovanni verließ das Haus und verdingte sich andernorts als Kleinknecht. Ans Studium war nicht mehr zu denken. Zwar ermöglichte ein Onkel die Rückkehr und die Fortsetzung des Unterrichts, doch starb bald darauf Don Calosso, ohne, wie beabsichtigt, durch eine testamentarische Verfügung Giovanni Boscos weitere Ausbildung materiell sicherzustellen zu können.

Die Jugendzeit und seine Berufung

Im folgenden Jahr, 1830, Giovanni war 15 Jahre alt, konnte Mutter Margherita endlich ihrem Stiefsohn Antonio sein Erbteil ausbezahlen; er verließ die Familie für immer. Von dieser Zeit an unterstützte die Mutter mit allen Kräften Giovannis Pläne. Er übersiedelte ins nächstgelegene Dorf Castelnuovo zu einem Schneider und arbeitete neben den Lateinstunden als dessen Lehrling.

Im November 1831 zog er nach Chieri um, wo es ein Gymnasium und ein Priesterseminar gab. Hier bestritt er seinen Lebensunterhalt als Hausdiener und Nachhilfelehrer bei der Familie. die ihn beherbergte. Ferner erlernte er das Konditorhandwerk, arbeitete als Schneider, Kellner und Schmied. Das Schulgeld wurde dem Hochbegabten bald erlassen, so daß er auch Zeit fand, sich mit Literatur und Musik zu befassen.

Am 30 Oktober 1835 trat Giovanni Bosco ins Priesterseminar ein und wurde 1841 zum Priester geweiht. Statt sich um eine Pfarrstelle zu bewerben, übersiedelte er nach Turin und trat ins Institut für Priesterfortbildung ein, das ihn in die Sozialarbeit schickte. So lernte er die Notquartiere der Arbeiter und die mit jugendlichen Straftätern gefüllten Gefängnisse kennen.

Der Beginn seines Wirkens

Bei einer Begegnung in einer Sakristei am 8. Dezember 1841 gewann er das Vertrauen eines Waisenjungen, der zum nächsten vereinbarten Treffen bereits sechs Freunde mitbrachte. Nach einem Vierteljahr waren es schon fünfzig junge Burschen, die sich Don Bosco anschlossen, kurz darauf achtzig. Er unterrichtete sie, suchte Arbeitsplätze, spielte und musizierte mit ihnen. Wo immer er aber eine Bleibe oft unter freiem Himmel für die zunächst nur an Sonntagen stattfindenden Treffen organisiert hatte, wurde er von mißtrauischen Nachbarn und den Behörden vertrieben. Auch die Geistlichkeit unterstützte seine Bemühungen nicht, denn er benahm sich nicht „standesgemäß“, zog mit inzwischen fünfhundert Jugendlichen herum und halste sich nach Meinung seiner Mitbrüder zuviel aussichtslose Arbeit auf. Des Wahnsinns verdächtigt, konnte er sich nur mit Hilfe eines Tricks einer gewaltsamen Einweisung in eine Nervenheilanstalt entziehen.

Am Palmsonntag 1846, dem letzten Tag, an dem er mit seiner Schar auf einer Wiese geduldet war, erhielt Don Bosco das Pachtangebot für einen Streifen Land samt einem alten Schuppen. Schon am Ostermorgen wurde in dem Raum die erste Messe gefeiert und das Grundstück als Spielplatz eingeweiht. Dieses Anwesen war die Keimzelle für sein erträumtes „Oratorium“, ein Haus für bedürftige Jugendliche mit Schule, Kirche, Lehrwerkstätten und Spielplatz.

Hindernisse und Probleme

Wie war es möglich, daß ein einzelner Priester einen solchen Zulauf fand und den vielen Jugendlichen gerecht werden konnte? Der Grund lag in Don Boscos überragendem Organisationstalent, seinen umfassenden handwerklichen, sportlichen und musikalischen Fähigkeiten, seinem unerschütterlichen Gottvertrauen und seinem unverwüstlichen Humor. Der kam ihm vor allem bei den vielen polizeilichen Überprüfungen und Schikanen zugute. Denn in diesen Jahren sozialer Spannungen, Aufstände und Revolutionen in Italien mußten seine Aktivitäten den Argwohn der Obrigkeit erregen. Als jedoch der Stadtpräsident von Turin mit Hilfe des Rechnungshofs das Oratorium schließen lassen wollte, verteidigte der König die Förderung der sonntäglichen Versammlungen um Don Bosco.

Doch dessen rastlose Arbeit forderte ihren Tribut: 1846 war er völlig erschöpft und erkrankte lebensgefährlich. Vor dem Spital bildeten sich Schlangen von jungen Menschen, die ihn noch einmal sehen wollten. Auf der Straße und in einer Wallfahrtskirche beteten sie in TagundNachtSchichten für seine Genesung. Er wurde wieder gesund.

Aufbau des Werkes in Turin

Nach einem Vierteljahr der Erholung in Becchi folgte ihm seine Mutter, „Mamma Margherita“, nun 58 Jahre alt, nach Turin, um zu helfen. Aus einzelnen Schlafstellen für heimatlose Jugendliche entstand ein Übernachtungsheim. Die vielen Jugendlichen mußten verpflegt, ihre Kleidung geflickt oder neu geschneidert werden. Die tüchtigsten unter seinen Schülern bildete Don Bosco zu Assistenten und Lehrern aus. Auch Priester und Laien waren zur Mitarbeit bereit. Auf dem inzwischen vergrößerten Grundstück wurden neue Bauten errichtet: eine Abendschule, ein Gymnasium, eine Gewerbeschule und die eigene Kirche, ein lang gehegter Wunschtraum. Die Finanzierung war dabei nicht nur ein Problem, sie stand meist am Rand der Katastrophe. Doch immer wieder fanden sich Geldgeber, konnten bescheidene Erträge erwirtschaftet werden. Don Boscos Druckerei sorgte für die Verbreitung seiner Schriften. Außer Erzählungen und Lustspielen schrieb er eine Geschichte Italiens, Werke zur Kirchengeschichte, über Heilige, über Weinbau und das damals neu eingeführte Dezimalsystem. Don Bosco legte selbst die Richtlinien für die Ausbildung von Lehrlingen fest, nach denen später eigene Handwerksmeister die von ihm begonnene Lehrtätigkeit ausübten.

Die Werkstätten ließ er mit den damals modernsten Maschinen und Geräten ausstatten, besonders die Druckerei. Sein Buch „Der kluge Junge“ wurde ein Bestseller, der noch zu Don Boscos Lebzeiten eine Auflage von über sechs Millionen Exemplaren erreichte, die Übersetzungen in andere Sprachen nicht eingerechnet. Don Bosco war Leiter der „Gesellschaft zur Verbreitung katholischer Bücher“ und Gründer der „ltalienischen Jugendbibliothek“.

In jenen unruhigen Jahren seit 1848, als in der Provinz Piemont die Landflucht einsetzte und sich Turin zu einem industriellen Ballungsraum entwickelte, als Italien der politischen Vereinigung zustrebte, verschärfte sich der Gegensatz zwischen Staat und Kirche; Don Bosco und sein Werk waren Anfeindungen beider Seiten ausgesetzt. Mehrere Überfälle und Mordanschläge wurden auf ihn verübt, denen er jedoch immer entkam.

Gründung der Ordensgemeinschaften

1859 stand Don Bosco vor der Entscheidung, seinem Werk einen gesellschaftlichen Status zu verleihen, der ein Fortbestehen sichern konnte. Eine Rechtsform, die von staatlicher Gunst abhängig war, schied aus. So gründete er am 18. Dezember 1859 eine religiöse Vereinigung und machte den hl. Franz von Sales, sein großes Vorbild, zum Schutzpatron. Diese Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos wurde 1874 von Papst Pius IX anerkannt. Außer in Turin bildeten sich auch in anderen Orten und Regionen Italiens Zentren nach dem Muster des Oratoriums von Don Bosco.

Als der Wunsch an ihn herangetragen wurde, sich auch der weiblichen Jugend anzunehmen, fand er in Maria Mazzarello die ideale Mitarbeiterin und Mitbegründerin der Ordensgemeinschaft der Don-Bosco-Schwestern.

1874 reisten auf Bitten des Erzbischofs von Buenos Aires die ersten zehn Missionare nach Lateinamerika, zwei Jahre später folgen DonBoscoSchwestern.

Aus den Reihen der bedürftigen Jugendlichen, die Don Bosco einst umsorgt hatte, wuchsen zahlreiche Priester und Mitarbeiter für die inzwischen europaweite Bewegung heran. Vierzehn Bischöfe waren Schüler Don Boscos. Noch mit über 70 Jahren reiste er nach Paris, Marseille und Barcelona, wo er mit Begeisterung empfangen wurde, wo er predigte, Beichte hörte und Kranken Trost spendete.

Am 31. Januar 1888 starb Don Bosco. Am Ostersonntag 1934 wurde er von Papst Pius XI. heilig gesprochen.

Sein Werk, das sich schon zu seinen Lebzeiten in viele Länder ausgebreitet hatte, wuchs schnell weiter.

Heute sind in weit mehr als 100 Ländern der Erde in allen Kontinenten ca. 18.000 Salesianer zusammen mit vielen beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Dienst an der Jugend tätig. Nach Deutschland kamen die ersten Salesianer im Jahr 1916, wo sie in Würzburg die erste Niederlassung gründeten.

Siehe auch diesen interessanten Lebensbeschrieb.

Hl. Franziskus, Patron der Wölfe

Hl. Martin, Kirchen-Patron Eschen

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