Hl. Martin

hl. MartinWusstest Du, dass der hl. Martin

… Sohn eines bedeutenden Miltärtribuns war, der im Kontakt zum Caesar stand?

… selbst lange Zeit in der kaiserlichen Garde, einer Elitetruppe der besten 500 Mann, gedient hat?

… dieses ruhmvolle Leben gegen die bitterste Armut eingetauscht hat, zum Bettler wurde?

… schliesslich zum Priester und zum Bischof von Tours und zum bedeutensten Metropoliten Frankreichs wurde?

… auch als Bischof in absoluter Armut gelebt hat und darum vielen kirchlichen Würdenträgern ein Dorn im Auge war?

… auch den Caesaren die Stirn bot und unerschrocken sie zurechtwies, von Angesicht zu Angesicht?

… einer der grossen Kämpfer gegen die Häresie des Arianismus war, die die Kirche beinahe zerfressen hätte?

… schon zu Lebzeiten jahrzehntelang als ein Heiliger verehrt wurde?

… – gut bezeugt – während seines Lebens insg. drei Tote durch Gottes Gnade zum Leben erweckt hat?

… Heilungen über Heilungen gewirkt hat?

… auch andere Wunderkräfte besass und ihm in vielerlei Situation das Leben wunderbar gerettet wurde?

… als besonderes Charisma einen wunderbaren GLAUBEN hatte?

… als besondere Waffen GEBET und FASTEN anwandte?

… eine unendliche Güte hatte?

… mit einigen Heiligen in Kontakt stand? Der heilige Kirchenlehrer Hilarius von Poitiers war sein Mentor, dem grossen Ambrosius ist er begegnet, der heilige Liborius war ein guter Freund, mit dem heiligen Paulinus von Nola war er bekannt, heilte ihn und bekehrte ihn zum christlichen Glauben, etc.

… Vorreiter und Begründer des monastischen Lebens in Europa war? Um ihn scharten sich zahllose Mönche; noch lange vor Benedikt von Nursia…

… dafür verantwortlich ist, dass es üblich wurde, Kirchen in den Mittelpunkt der Städte zu bauen?

… das Kirchensystem dahingehend reformiert hat, dass er die Pfarreien gründete, denen Priester vorstanden, als Untereinheit von Diözesen, von Bischöfen geführt?

… wie ein Kaiser zu Grabe getragen wurde und dass Frankreich selten so tief erschüttert wurde von dem Sterben eines Mannes?

… der ERSTE Christ war, dem die Ehre zuteil wurde, als Heiliger der Kirche verehrt zu werden? Zuvor wurden nur Bluts-Märtyrer als Heilige verehrt.

…  einer der Lieblingsheiligen der beiden Kirchenlehrer der Mystik, Johannes vom Kreuz und Teresa von Avila war?

Wusstest Du, dass

… die Wallfahrt nach Tours über viele Jahrhunderte nach den drei bedeutendesten Wallfahrtsorten Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela die bedeutendste überhaupt war und vom Rang her auf dem Konzil zu Orléans der Wallfahrt nach Jerusalem gleichgesetzt wurde?

… in Tours im 5. Jh. die derzeit grösste Basilika des Abendlandes entstand?

… der Name Martin als Familienname in Frankreich immer noch mehr als doppelt so viel vertreten ist wie die häufigsten anderen Namen und somit der häufigste überhaupt?

… in Frankreich fast jeder 20. Ortsname an den heiligen Martin erinnert?

… in Frankreich noch im 19. Jh. Fast 3700 Kirchen dem hl. Martin geweiht waren?

… die Heilige Jeanne d’Arc in Tours am Grab des Heiligen Martin betete und dort Rüstung und Schwert empfing?

… das Fest des Heiligen ein arbeitsfreier Feiertag war und feierlich begangen wurde?
Wusstest Du, dass der hl. Martin nicht nur einmal, sondern früher 5 mal im Jahr gefeiert wurde?

Quelle: http://sacerdos-viennensis.blogspot.ch


 

Hl. Martin von Tours – Mönchsvater des Abendlandes

Der hl. Martin ist weder eine Märchengestalt noch ein Sagenheld; er hat wirklich gelebt. Sein reich erfülltes Leben führte ihn vom heutigen Ungarn über Italien nach Frankreich. Unvergessen bleibt die Szene, wo er als 18jähriger, noch Katechumene, also einer der sich auf die Taufe vorbereitet, im Jahre 334 vor den Toren der Stadt Amiens seinen Mantel mit einem Bettler teilte. In der darauf folgenden Nacht träumte er, wie ihm Jesus, von vielen Engeln begleitet, erschien, bekleidet mit der geschenkten Hälfte seines Mantels. Als Bischof sagte er einmal beim Anblick eines Lammes: „Es besass zwei Kleider. Es hat eines einem anderen gegeben. Wir sollen das im Geist Jesu auch tun.“ Der Heilige wurde mit 18 Jahren getauft und gab seine militärische Laufbahn auf. Er ging nach Poitier, um Schüler des hl. Hilarius zu werden. Über Mailand wanderte er nach Genua und blieb als Einsiedler fünf Jahre lang auf der kleinen Insel Gallimaria im Golf von Genua.
Die Erfahrungen aus der Zeit der Stille befähigten ihn, im Jahre 360 das erste Kloster in der römischen Provinz Gallien in Ligugé zu gründen. So gilt Martin als Mönchsvater des Abendlandes.
371 wurde er von der grossen Mehrheit des Volkes und des Klerus zum Bischof von Tour gewählt. Martin sträubte sich dagegen. So versteckte er sich in einem Gänsestall. Doch die Gänse verrieten ihn mit ihrem Geschnatter. Auch als Bischof behielt er seine ärmlich-mönchische Lebensweise bei. Unermüdlich war er in seiner Diözese unterwegs, um das religiöse Leben zu heben, um Frieden zu stiften und zu helfen, wo er helfen konnte.
In einer immer reicher werdenden Kirche setzte er durch sein mönchisches Leben deutliche Akzente im Sinne der evangelischen Armut.
Zu seiner Zeit war die Irrlehre des Arius (gest. 336) weit verbreitet, wonach Jesus Christus nicht Gott, sondern lediglich das vollkommenste Geschöpf des Vaters sei. Bereits als Neugetaufter bekannte sich Martin klar zur Gottheit Jesu Christi und wurde wegen dieses Bekenntnisses von den Arianern öffentlich ausgepeitscht.
Bischof geworden, traten die Arianer geschlossen gegen ihn auf. Aber wer ihm persönlich gegenüber trat, wurde von seinem klaren Blick und von der Kraft seines einfachen Wortes getroffen. Überall dort, wo Martin heidnische Kultstätten zerstörte, errichtete er Kirchen und Klöster. Ist es doch ein Prinzip pastoraler Klugheit, nichts abzuschaffen ohne etwas Besseres an seine Stelle zu setzen: Überall, wo er hinkam, linderte er Not. Viele Kranke konnte er heilen und viele Irrgläubige bekehren.
Der hl. Martin ist nicht nur der erste Klostergründer des Westens, er ist auch der erste Heilige in der Kirche, der nicht als Märtyrer starb. Sein Leben war so etwas wie eine Synthese von Askese (geistl. Strenge) und Apostolat, von Mönchstum und Mission.
Der hl. Martin muss seinen Zeitgenossen einen ungemein starken Eindruck gemacht haben. Sein Weggefährte und erste Biograph Sulpicius Severus stellt fest:
„Keine Stunde, kein Augenblick verstrich, wo er nicht dem Gebete obgelegen oder mit Lesung sich beschädigt hätte. Doch wenn er auch las oder sonst mit einer Arbeit beschäftigt war, liess sein Geist nie vom Gebete ab … Oh wahrhaft glücklicher Mann, der kein Falsch kannte, der keinen verurteilt … niemand Böses mit Böses vergalt… . Keinen schloss er, soviel an ihm lag, von seiner Liebe aus. Niemand hat ihn je zornig, aufgeregt oder traurig gesehen. Er blieb sich immer gleich; wie von himmlischer Freude strahlte sein Angesicht.“
Der Heilige starb am 8. November 397. Tausende von Mönchen und Klosterfrauen und eine riesige Volksmenge wohnten an seinem Begräbnis am 11. November bei. Sein Grab wurde ein Wallfahrtsort ersten Ranges.
König Chlodwig ernannte Bischof Martin zum Patron des fränkischen Königshauses. Der Mantel des Heiligen, der im Pariser Königspalast aufbewahrt wurde, gab dem Oratorium den Namen „St. Chapelle“. Dieser Namen wurde schliesslich jeder kleineren Kirche gegeben, „Kapelle“.

Quelle: P. Gottfried Egger OFM
aus der „Katholischen Wochenzeitung“ Nr. 45 vom 6.11.2015

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s